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Der serienmäßige Ersthelfer

Pflicht ab 01. April 2018: eCall für alle Neuwagen

Der serienmäßige Unfallhelfer: eCall ab April 2018 Pflicht! | möbus-gruppe Berlin

Die Digitalisierung im Auto ist nicht mehr aufzuhalten. Aber nicht alle Entwicklungen haben die Vernetzung und Unterhaltung des Fahrers und der Passagiere zum Ziel. Die integrierte SIM-Karte der meisten Fahrzeuge beispielsweise wurde im eigentlichen Sinn für den Start des europaweiten eCall-Systems entwickelt. Und dieses System hat eine ganz einfache, aber lebenswichtige Aufgabe: eine sofortige Unfallmeldung zu den zuständigen Behörden.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, klären wir hier ein paar grundsätzliche Fragen zum Thema "eCall". Bei weiteren Fragen melden Sie sich gern bei uns. Unsere freundlichen Kollegen beantworten sie gern.

Was macht "eCall"?

Gerade bei schweren Unfällen kann eCall wertvolle Zeit einsparen. Sollte das Fahrzeug einen derartigen Unfall wahrnehmen, wird automatisch die Notrufzentrale verständigt. Dadurch können die Einsatzkräfte schneller vor Ort sein, was zur schnelleren Bergung und Versorgung Verletzter führt. Auch kann die Unfallstelle schneller abgesichert werden, was Nachfolgeunfälle oder Verkehrsbehinderungen minimieren helfen kann. eCall ist ab dem 01. April 2018 in allen neuen PKW und leichten Nutzfahrzeugen vorgeschrieben.

Wie funktioniert "eCall"?

eCall nutzt das Mobilfunknetz, um den in Europa einheitlichen Notruf 112 zu wählen und den Standort, die Unfallart und Infos zum Fahrzeug zu übertragen. Bei schweren Unfällen mit Airbagauslösung funktioniert dieser Notruf automatisch ohne Zutun des Fahrers.

Dank einer im Fahrzeug befindlichen Taste kann eCall aber auch manuell ausgelöst werden, beispielsweise bei einem medizinischen Notfall.

In beiden Fällen wird eine Sprachverbindung zur Notrufzentrale hergestellt. So können, sollten die Insassen ansprechbar sein, weitere Details zum Unfall durchgegeben werden.

Was sind die technischen Voraussetzungen für "eCall"?

Neben der fest verbauten SIM-Karte für die Nutzung des Mobilfunknetzes verfügt das "eCall" System über ein Steuergerät, welches die Verbindung mit dem Airbagsystem und den Crashsensoren hält. Dazu Sender und Empfänger für GPS-Daten, eine Mobilfunkantenne und eine Freisprechanlage zur Kommunikation. Die meisten Hersteller setzen zudem noch eine Pannenruf-Taste ein, um bei technischen Defekten nicht die Notrufnummern zu blockieren.

Thema Datenschutz: Welche Daten übermittelt "eCall"?

Folgende Daten werden durch "eCall" übermittelt:

  • Zeitpunkt des Unfalls
  • Auslöseart der Meldung: automatisch oder manuell
  • die Fahrgestellnummer des Unfallwagen (FIN)
  • Antriebsart (Diesel, Benzin, Gas, Elektro, Hybrid) und die Fahrzeugklasse
  • die Fahrzeugposition
  • die Fahrtrichtung
  • Anzahl der Insassen (erkennbar über die Gurterkennung)

Kann "eCall" deaktiviert werden?

Nein. Erstens ist das "eCall" System Teil der Typzulassung des jeweiligen Kraftfahrzeugs und eine Entfernung würde zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs führen. Zweitens ist das "eCall" System meist so weit in den Tiefen des Entertainmentsystems und der Fahrzeugelektronik verankert, das ein Laie es nicht ohne größere Beschädigungen aus dem Fahrzeug entfernen kann.

Kann "eCall" nachgerüstet werden?

Es ist nicht zwingend verpflichtend, dass "eCall" System für Gebrauchtwagen nachzurüsten. Derzeit sind noch keine Nachrüstsätze für die vollumfängliche Funktionalität des "eCall" Systems verfügbar. Bestimmte Zusatzgeräte können jedoch den automatisch Notruf absetzen, ein Smartphone und eine Freisprecheinrichtung vorausgesetzt.